Als ich noch reviewte: Duke Nukem: Manhattan Project

Der obligatorische Oberbösewicht Morphix versprüht in ganz New York eine giftgrüne Brühe namens GLOPP, die harmlose Tiere in gefährliche Mutanten verwandelt. In einer solchen Situation kann nur einer helfen, der Prototyp des Actionhelden: Ja, der Duke ist zurück, Babeherzen schlagen höher und die Bösen kriegen ein nervöses Zucken um die Augen: Hail to the King, baby!Was veranlaßte Morphix zu diesem Angriff auf die Menschheit? Sind die Mutanten wirklich böse oder lediglich Sklaven ihrer durch den GLOPP veränderten Instinkte? Existiert vielleicht ein Gegenmittel, mit dem dieser Konflikt gewaltfrei gelöst werden könnte?

Nun, das alles ist Mr. Nukem vollkommen egal, schließlich ist er nicht für seine Vielzahl an feinfühligen Konfliktlösungen berühmt geworden, sondern weil er massiv Ärsche tritt. Und dazu hat er in den insgesamt 24 Leveln (aufgeteilt auf 8 Locations) ausreichend Gelegenheit.

Mit DN:MP kehren Sunstorm zu den prä-3D-Wurzeln von Duke Nukem zurück, in das doch für das Jahr 2002 recht ungewöhnliche Genre des 2D-Jump & Shoot. Stimmt aber auch nur halb – denn obwohl sich der Duke tatsächlich nur in zwei Dimensionen bewegt, ist die Grafik komplett in 3D. Das ist am Anfang zwar etwas ungewöhnlich, funktioniert aber hervorragend und erspart das lästige Zielen :-).

Die Kamera bleibt ständig auf Duke gerichtet, zoomt und schwenkt automatisch, was für ein sehr dynamisches, filmähnliches Erlebnis sorgt. Anfängliche Bedenken über die nicht frei verstellbare Kamera wurden nicht bestätigt: Die Leveldesigner bleiben immer fair, also keine aufgrund der Kameraführung zu spät sichtbaren Gegner oder dergleichen. Ganz Vorsichtige können auch den Bildschirmausschnitt in alle Richtungen verschieben, um Abgründe oder hohe Plattformen besser im Auge zu haben.

Ist Duke am Anfang lediglich mit einer Desert Eagle bewaffnet, trägt er zum Ende des Spiels sieben verschiedene Waffen mit sich herum, neben eher klassischen Waffen wie der Shotgun, dem Maschinengewehr und dem Raketenwerfer auch die vielseitig einsetzbaren Pipebombs sowie einem GLOPP-Werfer, der die Mutanten wieder in ihre Urform zurückverwandelt – die dann politisch äußerst unkorrekt unter Dukes Stiefeln ihr Leben lassen.

Die Waffenbalance ist insgesamt sehr gut, je nach Gegner, Levelaufbau und vorhandener Munition ist eine andere Waffe zu favorisieren. Es gibt drei Arten von Munition: Kugeln für die Pistole, Schrotflinte und das Maschinengewehr, GLOPP für den Gloppwerfer und das Energiegewehr sowie Pipebombs als Stand-Alone oder als Raketenwerferfutter – da Duke nur eine bestimmte Menge von jedem mitnehmen kann, sollte man also schon des öfteren die Waffe wechseln, um nicht plötzlich ohne Munition für die gerade beste Waffe dazustehen.

Treten und aus allen Rohren feuern ist natürlich nicht alles: Duke hat auch das normale Jump&Run-Programm drauf, inklusive springen, sich an Kanten festklammern und hochziehen, Knöpfe drücken, ducken und zeitbegrenzt mit dem Jetpack rumfliegen (okay, das ist nicht ganz so Standard).

In jedem Level sind neben haufenweise Gegnern ein an eine GLOPP-Bombe gefesseltes Babe sowie eine Keykarte zu finden, und erst nach dem Befreien bzw. Mitnehmen derselbigen kann Duke ins nächste Level aufbrechen. Außerdem sind in jedem Abschnitt noch 10 Nuke-Symbole verstreut, manche offen, manche versteckt hinter sprengbaren Wänden oder auf schwer erreichbaren Plattformen. Wer es schafft, alle 10 zu sammeln, wird mit einer größeren Munitragfähigkeit sowie mehr Ego belohnt.

“Ego” ist dabei Dukes Äquivalent zu Herzen, Health, Leben oder was auch immer andere Helden bei Feindkontakt verlieren. Ein so viriler Held wie Duke Nukem ist eben nicht auf Medkits oder dergleichen angewiesen, und das kommt dem Spielgeschehen auch sehr zugute. Für jeden erledigten Gegner und jedes befreite Babe (okay, es gibt auch Medkits) steigt Dukes Ego, bei Schaden nimmt es natürlich ab. So macht es auch Sinn, schwer verwundet weiterzuspielen, da man allein durch Eliminierung der Gegner dem Tod entrücken kann. Durch die sehr gute Auto- und Quicksavefunktion kommt auch an dieser Front kein Frust auf.

Der Duke wird wieder von John St. John gesprochen, der ihm schon in Duke 3D die Stimme lieh – und so bleibt der Duke der Meister der Oneliner, wirft mit Popkulturreferenzen von Frogger bis Sir Mixalot nur so um sich und ist einfach eine Spur cooler als die Konkurrenz. Die Feinde, darunter mutierte Schweine, Ratten, Dominaroboter und Riesenschaben besitzen nur eine rudimentäre K.I., aber alles andere würde sie auch nur über das erheben, was sie sind: Kanonenfutter. Die zahlreichen Zwischen- und Endgegner sind zwar ein wenig härter, aber mit ein wenig übersicht ebenfalls leicht zu besiegen. Die Level sind interessant gebaut, nur am Anfang ist es ein einfaches “Von-links-nach-rechts-Rennen”. DN:MP läuft in Auflösungen von 640×480 bis 1024×768 in 16 & 32 Bit und unterstützt Force Feedback.

Duke Nukem: Project Manhattan ist eins der kurzweiligsten Spiele der letzten Zeit – ob für fünf Minuten in der Zigarettenpause oder Stunden am Stück, es bringt auf herrlich simple Art und Weise Spaß, ein paar Mutanten plattzumachen. Dank der drei Schwierigkeitsgrade wird kaum jemand unter- oder überfordert, und Nachdenken muß man schonmal gar nicht. Erfahrene Spieler sollten zwar relativ schnell den Abspann sehen, aber dies wird durch den geringen Preis wieder ausgeglichen.

Wer auch nur ein wenig Spaß an unkomplizierter Action und Jump & Runs hat, sollte zugreifen, vor allem da es auf dem PC kaum Vergleichbares gibt. Kein episches Meisterwerk, sondern eher ein Popcornspiel. Oder um es mit dem Duke zu sagen: “Babes, Bullets, Bombs – damn, I love this job!”

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