Als ich noch informierte: Games Convention 2003

Die Messe in Leipzig ist vorbei, mit Ausnahme von geschwollenen Füßen haben wir auch alles unbeschadet überstanden. Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Messe größer aus, ohne jedoch unübersichtlicher zu werden, allerdings mußte man auch einen Rückgang von PC-Spielen erleben. Auf der Seite der Konsolen wurden deutlich mehr Spiele vorgestellt, ebenso wurden Spiele, die sowohl auf PC als auch auf Konsolen erscheinen, vornehmlich auf letzteren gezeigt, selbst solche, bei denen man nicht unbedingt Konsolenaffinität assoziieren würde, wie zum Beispiel Deus Ex: Invisible War oder Baphomets Fluch 3.

Durch Armbänder mit Farbcodes wurde das Problem des Jugendschutzes clever gelöst, Spiele ohne Altersfreigabe durften dennoch nur hinter geschlossenen Türen oder in extra dafür abgesperrten Bereichen vorgeführt werden. Neben Spielen, Peripheriegeräten (kurios: eine Puckschußmaschine sowie ein Fallschirmsimulator) und Hardware waren auch diverse Stände von Mobiltelefonanbietern zu finden, Nokia präsentierte ihren Game Boy zum Telefonieren namens N-Gage, dem ersten Spielgerät, das schon nach wenigen Minuten meine vollste Abneigung hatte. Eine Umfrage ergab, daß das N-Gage von erstaunlichen 100% aller Befragten als totaler Flop mit miesen Knöpfen und einem völlig überteuerten Preis angesehen wird. Zugegeben, ich war sowohl Durchführer als auch einziger Befragter dieser Umfrage, aber es erscheint unwahrscheinlich, daß das Ergebnis dadurch verfälscht sein könnte.

Sehr gut gefallen hat auch dieses Jahr der Playstation-Stand, der mit viel Liebe als eine Art Forschungslabor getarnt war. Positiv fiel auch Nintendos Stand auf, an dem man sich GBAs leihen konnte, sowie die schön dekorierten Abteilungen von XIII und Far Cry, jeweils von Ubi.

Etwas abseits der allseits bekannten Games präsentierten uns 1C einige ihrer Projekte, welche alle jedoch erst im nächsten Jahr erscheinen werden. The Bloody Magic ist ein actionlastiges Rollenspiel, in dem man hauptsächlich mit -der Name ist Programm- Magie kämpft. Als eine von drei wählbaren Figuren wählt man aus 12 Schulen der Magie, welche wiederum jeweils 12 Sprüche umfassen, und durchlebt eine von drei Storylines, je nachdem, ob man gut, böse oder neutral spielen möchte. Interessant ist die Möglichkeit, verschiedene Zauber zu kombinieren, um so neue Sprüche zu schaffen – ob das in der Praxis tatsächlich zum Experimentieren einlädt oder nur schmückendes Beiwerk ist, bleibt abzuwarten. Die Grafik war bereits sehr hübsch, vor allem die Metamorphose des eigenen Charakters entsprechend seiner bevorzugten Art der Magie ist ein netter Einfall, so kann es z.B. durch intensiven Einsatz von Luftmagie passieren, daß der Figur die Beine abfallen und er nur noch schwebt, bei Feuermagie wachsen Hörner, die Haut färbt sich rot etc. Neben der Singleplayerkampagne soll das Spiel einen intensiven Multiplayermodus besitzen, neben Arenakämpfen und Deathmatch soll auch ein teambasierter Modus implementiert werden, in dem ein Team eine Mission erfüllen und das andere genau dies verhindern muß. Durch die Spezialisierungsmöglichkeiten in den verschiedenen Bereichen könnte dies durchaus eine taktische Note haben, ab dem zweiten Quartal 2004 wissen wir mehr.

Rig & Roll nennt sich die offizielle Fortsetzung von King of the Road, welche ab Ende 2004 die Herzen aller Möchtegern-Brummifahrer erfreuen will. Um für ein möglichst realistisches Fahrvergnügen zu sorgen, sind die Programmierer nach Kalifornien gefahren und haben dort die Highways abgefilmt – dementsprechend sind die Strecken und Städte komplett der Realität nachempfunden. Am Spielprinzip des Möglichst-schnell-Ware-abliefern hat sich grundlegend nichts geändert, optional soll man jedoch die Möglichkeit haben, später eine eigene Firma zu eröffnen und Angestellte einzustellen, um ihnen Aufträge zu übertragen, außerdem soll es noch eine ebenfalls optionale Storyline geben. Was von diesen ganzen Plänen überbleibt, bleibt abzuwarten, die Hoffnung auf ein wirklich gutes Truckerspiel darf man zumindest noch haben.

Komplett überarbeitet wurde Vivisector, welches ursprünglich auf dem Film ” Die Insel des Dr. Moreau” basierte und ziemlich altbackene Screenshots auf der Website präsentierte. Der Filmhintergrund wurde komplett gestrichen, die Engine gehörig überarbeitet, so daß sie sich nun wirklich nicht mehr verstecken muß: Haufen von Objekten, hübsches Fell und viele Gegner gleichzeitig. Übrig bleibt ein Egoshooter, welcher laut dem Pressesprecher zu Beginn eher in Richtung Serious Sam geht, später jedoch eher ein Horror-Shooter ist. Auf einer Insel gestrandet, spielt man einen von drei wählbaren Charakteren, die versuchen müssen, hinter das Geheimnis der Insel zu kommen und – vor allem – ihr zu entfliehen. Für jeden Frag gibt es Erfahrungspunkte mit denen man seine Fähigkeiten verbessern darf – die gern zitierten Rollenspielelemente eben, aber in diesem Zusammenhang (XP per Kill) in Ego-Shootern was relativ Neues. Ob das Spiel in der vorgeführten Version in Deutschland erscheinen wird, ist mehr als fraglich, zerplatzen die Tier/Mensch/Cyborg-Hybriden doch ziemlich blutig (“Sehen Sie, wenn ich ihm den Arm abschiesse, verliert er seine Waffe!”) und detailliert. Im ersten Quartal 2004 wissen wirs genau.

Schlußendlich sahen wir noch Perimeter, ein RTS, welches sich allerdings als “Real Terraforming Strategy” versteht. Als eine von zwei verfeindeten Parteien auf einem fremden Planeten versucht man, eine Basis um das eigene Mutterschiff zu errichten. Durch Gräbereinheiten kann die Oberfläche des Planeten beliebig verändert werden, neben Verteidigungsstellungen bietet sich auch so der Zugriff auf die einzige Ressource des Spiels, Energie, welche bequem aus dem Planetenboden gepumpt werden kann, sofern dieser vorher von den Gräbern bearbeitet wurde. Wird man vom Gegner oder den Ureinwohnern des Planeten angegriffen (den sogenannten “Filth”, u.a. Riesenratten, -wespen und steinernde Drachen), kann man entweder ein Kraftfeld um die Basis aufbauen, sein Mutterschiff irgendwo anders parken oder sich mit einer der drei möglichen Einheiten wehren. Ja, richtig gelesen, in Perimeter gibt es nur drei produzierbare Einheiten, diese können sich jedoch (da alles Roboter sind) in verschiedene weitere Einheiten morphen (Z.B. 3 Soldaten + 1 Engineer = 1 Sniper). Wenn man diese dann nicht mehr benötigt, kann man den Morphingprozess beliebig rückgängig machen. Grafisch war das Spiel imposant, von den spielerischen Qualitäten kann man sich vorrausichtlich ab Anfang des nächsten Jahres überzeugen.

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