Warum ich drei Texte schrieb

Es gibt einen Grund, warum dieser Text exakt heute erscheint. Nun, zumindest das Datum ist relevant. Ich überließe es ja dem geneigten Leser, den Grund für dieses Jubiläum, denn darum handelt es sich, selber auszuklamüsern, aber noch sind die Bäuche voll und die Bregen lahm, also:
Drei Jahre, drei Monate, drei Wochen und drei Tage ists her, dass hier auf spielerdrei.de der erste Artikel online ging. Heute schrieb ich den dreiunddreißigsten Artikel, einer von dreien, die ich heute freischaltete. Na, könnt ihr ein Muster erkennen? Ich kenne mich mit Numerologie nicht aus, aber dass muss irgendetwas bedeuten. Ein Schuft, wer mir unterstellt, diesen Artikel extra verschoben zu haben, um das Datum zu treffen. Ein Narr, wer vermutet, ich hätte dies auf lange Hand geplant. Ein guter Menschenkenner, wer glaubt, ich würde mir über dieses Ereignis drei Löcher in den Bauch freuen.

Ich möchte diesen Augenblick nutzen und Euch danken, ihr, die ihr diese Seite besucht, auch wenn dieses Jahr der ohnehin schon träge Artikelnachschub doppelt so lange dauerte. Ihr, die ihr diese Worte lest, denn ich vermute, nur die wenigsten werden nur zum Bilder begucken hier sein. Ihr, die es mir nicht übel nehmt, wenn schon wieder ein Gedanke verloren ging, kein aktuelles Spiel besprochen ward und auf ein anständiges Fazit verzichtet werden musste. Ich werde zwar nur selten auf der Straße angesprochen, und wenn, dann wegen einer Umfrage oder meines bestechenden Aussehens, aber dennoch habe ich das Gefühl, dass ich hier mit den anderen Typen eine winzige Ecke in der deutschsprachigen Interwelt geschaffen habe, die Menschen irgendwas gibt. Ruhm und Ehre sind mir schnurz, ich finde die Vorstellung schön, dass vielleicht einer von 10 Pageviews hier ein paar Sätze liest, und wenn irgendjemand das hier ganz gut findet und vielleicht die eine oder andere verwirrte Seele tatsächlich etwas für sich herausliest. Dann war die ganze Arbeit, hinter den Textwüsten von schlechten Wortspielen, sinnentleerten Phrasen und undurchdachten Satzkonstruktionen immer (!) einen Sinn zu verstecken, vielleicht doch nicht umsonst. (Kleine Anmerkung: So ganz superehrlich war der gute Autor wohl nicht, denn er stellt gerade fest, dass er evtl. in dem ersten heute veröffentlichten Artikel etwas sehr Ähnliches geschrieben hat, was auf einen etwas längeren Entstehungsprozess schließen ließe. Das ist korrekt. Diese Worte wurden so bereits vor einigen Tagen getippt, werden aber übernommen, um weitere Denkarbeit beziehungsweise Nachbesserungen in bereits veröffentlichten Artikeln zu vermeiden. Ich bitte um Nachsicht.)

Es war eine lange Zeit, eine harte Zeit. Mit Kommentaren, dem Lohn und Brot eines Webschreibers, hieltet Ihr Euch höflich zurück, und oft weinte ich des Nachts deshalb in mein Kisschen. Aber sie waren, wenn auch spärlich, dann doch weitestgehend positiv, und die Entscheidung, noch einen weiteren Artikel zu schreiben, fiel immer wieder.

Ernsthaft, im Endeffekt ist es mir bewusst, dass ich vermutlich mehr Spaß mit dieser Seite und ihren Inhalten hatte und habe als ihr. Ich bin mein größter Fan, so selbstverliebt das auch klingen mag, und ich lese mich immer wieder gerne. Ich nenne einen etwas verqueren Humor mein Eigen, und ich kann wirklich jedem Menschen einen guten Sinn für Humor zusprechen, wenn er über die eine oder andere Zeile oder Bildschandtat nicht lachen kann. Das ist ein wichtiger Punkt, den auszusprechen ich bisher nicht für nötig hielt noch jetzt für nötig halte, aber eigentlich ist die Seite hier ja gar nicht für Euch. Nee, echt nicht. Deshalb versteht ihr nämlich manches nicht, und daher wundert ihr Euch über ganze Absätze, und daher klickt ihr entnervt weiter, nachdem ihr nur einen Blick auf das grobe Thema geworfen habt. Und deswegen hat mir auch nie jemand eine Mail geschickt (außer der gute Mensch, der mir entrüstet schrieb, dass jeder ja eine Senso-Komplettlösung schreiben könne), und darum hat auch niemand bei meinem tollen Quiz mitgemacht, welches unter Aufbietung all meiner HTML-Künste entstand. Aber tröstet Euch, die anderen Spieler kapieren auch nicht unbedingt, worum es hier geht, und ich verstehe bei SpielerVier zum Beispiel auch nix. Ist aber egal. Weil nämlich, und ich komme zum Punkt, versprochen, ich so für die einzige Zielgruppe schreiben kann, die ich wirklich kenne, und mir keine Sorgen machen muss, ob ich auf den Deckel kriege, wenn ich jetzt irgendein Spiel in den Dreck ziehe, was gemeinhin geliebt wird (wird nicht passieren, ich bin sehr kritiklos und schnell zu begeistern), weil ich ja genau weiß, wie die Zielgruppe (ergo ego) das Spiel findet.

Bitte nicht falsch verstehen und böse (oder noch schlimmer: gar keine) Kommentare schreiben; ich schätze Euch sehr. So sehr, dass ich sogar darauf achte, Euch fein immer großzuschreiben, wie einst gelernt. Ihr seid ein sehr verständiges Publikum, angenehm im Umgang und oft vollen Lobes. Nie habe ich das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen, womit der einzige Grund für obigen Absatz auch in der Platzfüllung eines Jubiläumsbeitrags zu finden ist, und bestimmt gibt es ein, zwei Männeken, die uns von Anfang an schon die Treue halten. Das ist/wäre cool, das weiß/wüsste ich zu schätzen.
Aber was ich eigentlich ursprünglich sagen wollte, ist einfach, dass das Schreiben dieser Texte meistens spaßiger ist als das Lesen, gerade wenn wir uns auf die Metaebene begeben. Das Spiel mit der Anonymität, das Vielen sicher schnurzpiepe ist. SpielerZweis Seitenhiebe auf mich als Nerdausgeburt, die natürlich erst dann an Humor gewinnen, wenn man weiß, was ich für ein energetisches Muskelpaket bin, mit meinen wohlfrisierten blonden Haaren, der Bräune unzähliger Solariengänge und dem weltmännischen Charme, der mich so auszeichnet… Wo war ich?

Ach ja, ich wollte mich bedanken. Danke SpielerDrei, dass du mich immer so gut unterhalten hast! Danke, dass dir Aktualität immer egal war. Danke, dass du dich nie in den Vordergrund gedrängt hast. Danke für all die tollen Artikel. Danke auch für die beschissenen Artikel, durch die ich die anderer Autoren mehr zu schätzen lernte. Danke für die gute Zeit.

Hoppla, dieser Text fängt entschieden anders an, als er endet. Naja, raus damit, bevor ich es mir anders überlege (Was, im Übrigen, und auch um nochmal darauf hinzuweisen, dass heute noch zwei andere Artikel online gestellt wurden, hier auf dieser Seite, also bitte auch lesen, wenn ich Euch nicht allzusehr vergrätzt habe, was ich spätestens dann bereuen werde, wenn SpielerZweis Wut über mich kommt, denn meine Leser sind u.U. auch seine Leser und mann, der Mann liiiebt seine Leser, den eigentlichen Unterschied ausmacht zwischen Artikeln die erscheinen und solchen, die auf Halde bleiben, wie im frühsten Artikel heute beschrieben, nämlich die schnelle Veröffentlichung, ohne nochmal nachzudenken, ob das irgendwem gefallen könnte).

Frohes Neues Jahr,
SpielerDrei

P.S.
Es gab eigentlich immer eine recht rigide Rollenverteilung bei uns Vieren. SpielerEins schreibt größtenteils über Shooter und Multiplayerspiele, SpielerZwei übernimmt Mainstreamiges und Allerlei, SpielerVier verwurstet Special Interest und Denkkram und ich schreibe über Sachen, die keinen interessieren. Ich hoffe, ich konnte mit diesem Text diese Tradition fortsetzen.

P.P.S. Boah, drei Dinger an einem Tag mache ich nie wieder, das ist ja die Hölle! Und ihr müsst das jetzt ausbaden. Sorry!

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One response to “Warum ich drei Texte schrieb

  1. ***Audiokommentar*** Das “runde” Jubiläum war natürlich reiner Zufall, den ich korz vor Jahresende bemerkte. Es ist schwer, dass eigene Werk richtig einzuschätzen, aber ich hoffe, dass ich nicht mehr so schreibe wie hier. Irgendwie ist im Laufe der Jahre was schiefgelaufen, die Texte von 2005 erscheinen mir besser als die von 2007. Meine Vorliebe für die Metaebene ist dahin, heute zählt nur noch Inhalt.
    Diese Audiokommentare waren ursprünglich gedacht, euch Lesern einen gewissen Mehrwert zu liefern, eventuell die alten Artikel nochmal zu überfliegen. Aber rückblickend muss ich sagen: So richtig viel kam dabei nicht rum, und ob ich jetzt einen alten Text noch mag oder nicht, ist nichts, was ich zwingend mit der Welt hätte teilen müssen. Decken wir den Mantel des Schweigens darüber und schreiben wir lieber neue Texte, damit meine eigenen Kommentare schnell aus der Randspalte verschwinden.

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