Die Leiden des jungen Paragon

Ich habe ein Problem mit Mass Effect 2, und das bin ich. Es gibt zwei Sachen, die ich in jedem Rollenspiel mache: Alle find- und lösbaren Nebenquests abschließen und immer der Gute sein. Im zweiten Durchgang bin ich gern ein Mordspenner und Pennermörder, aber beim ersten Mal nehme ich konsequent die “ehrenhafteste” Wahlmöglichkeit, egal wie doof. Mass Effect 2, noch mehr als der Vorgänger, bestraft mich dafür auf Schärfste.

Wir rekapitulieren: Shephard stirbt, Shephard ist wieder da, Shephard sammelt Crew, Shephard hilft Crew bei Familienangelegenheiten, Shephard gets it on, Shephard tritt Contraendgegnerarsch. Nach Abschluss des Spiels traute ich mich dann in die entsprechenden Threads und Blogeinträge, nur um festzustellen, dass bei den anderen das Ende wesentlich dramatischer und emotionaler ablief. Und ich fühlte mich verarscht.

Charaktere sind sicherlich eine der Stärken Biowares, und so ich auch im Allgemeinen meine Crew aus Teil 1 lieber mochte, gewann ich durchaus im Laufe der Spielzeit einige meiner Mitstreiter lieb; ich hätte auch gern den emotionalen Effekt, den ihr Tod auf mich hätte, gespürt, und ebensosehr interessiert mich der Umgang mit den Toden in Teil 3. Was für euch Serenity war, war für mich Raumschiff Enterprise – klar, das Raumschiff wackelt ein wenig, oha, Gefahren, Gefahren, aber überleben tun ja eh alle. Anstatt, dass ich belohnt werde für mein Lösen all ihrer Probleme, wird mir der Höhepunkt des Spiels schlicht vorenthalten.

Und dabei bliebs ja nicht. Der Konflikt zwischen Jack und Miranda, die Wrexsituation im ersten Teil – alle konnte ich gewaltfrei und zur allseitigen Zufriedenheit lösen, nur weil ich immer die blaue Dialogoption wählte. Was scheiße ist. Das einzige Mal, wo ich tatsächlich zwischen zwei Crewmitgliedern wählen musste, war bei dieser Bombengeschichte im ersten Teil, und da fiel die Wahl auch leicht, weil mal ehrlich, wer mochte schon den Biotiker?

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13 responses to “Die Leiden des jungen Paragon

  1. balkantoni

    Mädchen?

  2. So ne schmierige Petze?

  3. balkantoni

    Echt, Mann: Chicks haben den Typ überleben lassen! Habe jedenfalls die empirische Basis zweier Bekannten.

  4. tasha yar ist einfach so mittendrin gestorben.

  5. Tasha Yar hat auch niemand vermisst. Man hat sich nur geärgert dass nicht Wesley Crusher über die Klinge springen musste.

    Ich glaube übrigens ich muss Dich etwas enttäuschen. Mit Paragon/Renegade hat der Ablauf der Ereignisse hinter dem Omega4-Relay eigentlich gar nichts zu tun. Meines Wissens nach basieren die Überlebenschancen der Crew alleine auf:
    a) den Schiffsupgrades (also wie leidensfähig Du beim Scannen warst)
    b) Loyalität (sprich, ob Du die charakterspezifischen Missionen gemacht hast)
    b) der Aufgabenverteilung während der Suicide Mission (Nicht-Techniker in die Röhre schicken z.B.)
    c) ein kleines bisschen Zufall
    Du warst also nicht zu ehrenhaft, sondern schlicht zu klug und zu gründlich.

    Bei meinem ersten Durchlauf haben übrigens auch alle überlebt und trotzdem war das ein wahnsinns Ritt. Gegen Höchster Schwierigkeitsgrad+Tali in der Röhre+knappes Zeitlimit+Pseudo Hans-Zimmer-Mukke kann man sich auch kaum wehren.

  6. balkantoni

    Ich stimme dir zu, Ben!

    Allerdings kann ich verstehen, dass S3 ein bisschen mehr “Sieben Samurai” / “Dirty Dozen” fordert. Gänsehaut bei heroischem Untergang. Staylgayl!

  7. Definitiv. Ein Crewmitglied unweigerlich zu verlieren, vielleicht sogar einen der Publikumslieblinge, wäre durchaus eine Idee gewesen das Ende auch für die Overachiever-Fraktion noch etwas dramatischer zu gestalten. Miranda stirbt beim Versuch noch irgendwelche Daten für den Illusiveman sicherzustellen… sie schafft zwar den Download und die Übertragung an EDI, erreicht die Tür aber nicht mehr bevor die automatische Versiegelung einsetzt.

  8. spielereins

    @ben: doch – data.

    ich hab btw den ersten durchgang komplett “falsch” gespielt und 2 besatzungsmitglieder verloren. hat mich dennoch emotional nicht berührt, die fand ich eh doof. so wie ben tasha.

  9. balkantoni

    Ben, deine Miranda Idee könnte doch für eine dieser tollen, pathetischen Szenen sorgen, bei der der Protagonist und sie sich durch eine dicke Glasscheibe romantisch anstarren, während sich Lasertürme aus dem Boden des Raums erheben.

  10. Ben, ich hab meinen ersten Absatz schlecht formuliert. Der letzte Satz bezieht sich auf beide im zweiten Satz genannten Sachen.

  11. balkantoni

    Ey, Longa: Wo sind die lustigen Bildchen hin?

  12. Wenn du die Steckungetüme meinst: Die waren nur am 1. April Seite-1-Material. Sind jetzt im Januar zu finden.

  13. balkantoni

    Ja, die meinte ich. :)

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