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Haunt

Haunt ist nichts für uns. Kinect, ieh! Kurz. Einfach. Repetetetetiv. Neenee, Haunt ist was für Kinder. Genau.

Haunt ist von NanaOn-Sha, den Entwicklern meines Lieblingspräharmonixmusikspiels. Wie dort offenbaren sie in Haunt eine ansteckende, kindliche Kreativität. Und das sie laut Wikipedia an der eigentlichen Entwicklung des Spiels nicht beteiligt waren, unterschlage ich einfach.

In Haunt durchstreift man ein Spukhaus, um dem in Gemälden gefangenen Geist des exzentrischen Besitzers zu helfen, diesen zu entkommen. Dessen Sprachausgabe ist vorzüglich und von Tim Shafer, aber leider nicht synchronisiert, was deutschen Kindern den Spaß mindern mag. Es gibt wenige echte Rätsel, aber die gibt es in “erwachsenen” Spielen ja auch kaum noch.

Das wirklich Tolle ist, was NanaOn-Sha alles mit der Kinectsteuerung machen. Laufen die Kämpfe gegen die verschiedenen Geister noch weitestgehend nach der leider schon klassischen Kinectkonvention “Mach diese Bewegung”-Muster ab, spielen die Fallen und Spukgestalten anderenorts mit den Möglichkeiten, und man fühlt sich wie damals im Kasperletheater oder auf Kindergeburtstagen. Gaaaanz still sein. Nase zuhalten. Versteinern. Das Ganze toll ins Spielgeschehen integriert, ohne einen mit millimetergenauer Handpositionsabfragen zu frustrieren. Wenn du dir doof dabei vorkommst, auf der Stelle zu laufen, in der Hand eine imaginäre Taschenlampe, ist dies dennoch das falsche Spiel für dich.

Ich mag es, wenn Spiele dich etwas erleben lassen, was du so noch nicht erlebtest. Wenn dies außerhalb von Cutscenes passiert, umso besser. Das Ende von Haunt ist so ein Moment. Wenn man sich drauf einlässt. Oder seinem Kind dabei zuguckt.

(Ich würde gerne Aussagen darüber machen, für welches Alter Haunt geeignet ist.  Dies ist mehr Luigis Mansion als Amnesia. Aber was weiß ich denn schon.)

Haunt gibt oder gab es auf dem amerikanischen Marketplace für lau. Aber nicht vergessen: Uns macht das keinen Spaß.

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Spelunky in vier Bildern