Der erste Text dieses Jahr, und dann son Kack

Ich hatte schon vor langer Zeit eine Spielidee, aber keine Idee für ein Spiel, sondern für das Drumherum, aber ich kenn keine Menschen, die Spiele machen, zumindest nicht so gut, dass ich denen meine Ideen anbieten könnte, ohne zu befürchten, dass sie sich von mir bedrängt fühlten, und dann fiel mir ein, dass ich ja dieses Blog habe, und hier kann ich ja schreiben, was ich will, weil das ja eh keiner liest, aber falls du das doch gerade liest, und du liest das gerade, darfst du diese Idee natürlich gerne gratis und für lau für dein Spiel benutzen, wenn du Spiele machst. Vielleicht ist die Idee aber auch scheiße. Du musst nicht.

Folgendes Szenario (tatsächliches Szenario kann abweichen): Du hast voll die gute Idee für ein Kampfsystem, aber weder Budget noch Lust, ein “normales” Spiel drumherum zu bauen (Hey, ich glaub, so entstand Hand of Fate). Zwischensequenzen, Lore, Sprecher, Dialoge, Loot, Charakterwerte – wer soll das denn alles stemmen? Mit meiner Idee, und ich schwör, ich sag jetzt auch endlich, wie sie lautet, musst du das auch nicht.

Anstatt “Legend of Protagonist” (tatsächlicher Namen kann abweichen) nennst du dein Spiel einfach “Legend of Protagonist: Second Playthrough” (oder so), und pappst rund ums Spielgeschehen ein graphisches Overlay, dass dem Spieler vermittelt, dass er nicht das unmittelbare Spielgeschehen sieht, sondern dass selbiges auf dem Bildschirm eines anderen stattfindet, dessen Finger auf dem entsprechenden Eingabegerät ebenfalls zu sehen sind (in meiner Version der Geschichte sähe man halt links und rechts die Daumen auf DS-Steuerkreuz bzw. -Knöpfen). Jedesmal, wenn jetzt in einem herkömmlichen Genretitel Gespräche, Cutscenes oder Exposition stattfänden, sieht der Spieler lediglich, wie die Fakedaumen auf den Fake-B-Knopf (oder Start. Vielleicht sogar Esc? Sei kreativ!) drücken, um das alles zu skippen, so dass du gleich mit dem nächsten spannenden Kampf weitermachen kannst. Zack, mit einer Idee so viel Zeit und Geld gespart! Nicht nur kannst du dich so auf das Wesentliche konzentrieren, du kannst auch die beklopptesten Szenarien entwickeln, ohne drüber nachzugrübeln, wie das in die Continuity passen könnte. Freiheit!

(Wahlweise kannst du die Fakefinger auch Fakesavegames von später im Spiel laden lassen, wenn im nächsten Kampf die Party plötzlich wesentlich mächtiger oder größer sein soll. Du hast alles in der Hand. In der echten.)

Und das Tolle: Spieler lieben Leerstellen, denn diese können sie mit ihrer eigenen Fantasie füllen. Ich will dir nicht versprechen, dass ganze Wikis mit Fantheorien über dein spannendes Spiel gefüllt werden, aber ich verspreche dir auch nicht, dass dem nicht so sein wird. Ich wünsche dir alles Gute mit dieser Idee, und solltest du sie nutzen und damit furchtbar erfolgreich sein, ist mir die Freude, sie realisiert zu sehen, Dank und Lohn genug.

Das und ein Listing in den Credits als Super Executive Producer natürlich.

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2 responses to “Der erste Text dieses Jahr, und dann son Kack

  1. Meta Lustig

    Und wie nennt sich das dann? Secret of Meta? Meta Gear Solid?

  2. Missingno

    Das ist dann das Gegenstück zu “Legend of Protagonist: The Video Game”, wo das eigentliche Spiel von den Fake-Händen übersprungen wird, so dass man nur noch alle Zwischensequenzen quasi am Stück anschauen kann. Die kombinierte Stufe heißt dann “Legend of Protagonist: Let’s Play (but in fact only watch someone play)”.

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