Monthly Archives: February 2019

Ein vermutlich sehr dummer Januar

Nun, ich denke, keiner von uns sollte überrascht sein, dass dieser Monatsrückblick nicht bereits am Ende des Monats erschien. Nichtsdestotrotz: Ein Monat keine Spiele gekauft, woohoo! Es würfe ein besseres Bild auf mich, verschwiege ich, dass ich nicht nur die verschiedensten Dezembersales nutzte, um torschlusspanisch noch diverse Titel zu erwerben, sondern auch bereits eine Einkaufsliste von Spielen erstellte, die ich 2020 so früh wie möglich kaufen will. Der Termin für diese ziemlich dumme Idee war recht schlecht gewählt, wie ich zu spät feststellte, hatte ich mir vor Kurzem doch erst eine PS4 gekauft und muss nun ein Jahr warten, bis ich die ganzen Highlights (God of War, Uncharted 4, Spider-Man, Dragon Quest XI) des letzten Jahres spielen kann, aber nun, wie man sich bettet, so liegt man. Dass ich Wargroove so gar nicht auf dem Zettel hatte (was vermutlich am dümmlichen Namen liegt, registrieren Titel mit War-Vorsilbe doch mal so gar nicht in meiner Kopf (vergleiche Warface, Warframe, Warhawk)) und das mal total nach was aussieht, was ich ewig spielen würde, stimmt mich auch unglücklich. Wird aber wohl auch nicht das letzte Mal sein, dass ich diese Entscheidung bereue.

Spiel des Monats
Der Januar stand ganz im Zeichen von Earth Defense Force 5,und die angezeigten 180 Stunden im Saveslot bezeugen dies. Ich finds sehr schwer, die Faszination dieses tumben Titels zu vermitteln, zumal ja Shooter sonst so überhaupt nicht mein Genre sind. Ist ein bißchen wie Bud-Spencer-Filme, da meckert auch keiner, dass die Dialoge blöd und die Action nicht realistisch ist. Hab ich EDF2017 und EDF2025 schon geliebt, ist dieser Teil aber tatsächlich eine sinnvolle Steigerung in allen Belangen: Dass man den Gegnern ansieht, wie verletzt sie schon sind, macht die Gegnerwahl einfacher und das Schlachtfeld optisch abwechslungsreicher, die Möglichkeit, einzelne Waffenattribute zu verbessern ist ein Segen, was die Langzeitmotivation angeht, und nicht nur kann man nun per Quickchat singen und tanzen, nein, dein Squad stimmt sogar mit ein bzw. tanzt mit. Großartiger Quatsch, der auch prima im Coop funktioniert und mit vier Klassen, 112 Leveln, fünf Schwierigkeitsgraden (die sich nicht nur auf Schaden/HP-Werte begrenzen), einem Haufen beknackter Gegnerarten und etwa 1000? Waffen mehr als genug Umfang bietet, was man auch daran erkennt, dass ich nach obengenannten 180 Stunden gerade mal das 50%-Achievement erlangt habe. Wen all das nicht begeistert, sollte sich mal den Trailer zu Earth Defense Force: Iron Rain anschauen, denn das Spiel scheint exakt auf Leute abzuzielen, die bisheriges EDF blöd finden. Will sagen: Ich bin absolut nicht die Zielgruppe.

Bei dem gaanzen Geballer blieb natürlich nicht gar so viel Zeit für andere Titel, zumal ich ja dann auch noch andere Interessen habe, wie Essen und Schlafen und Arbeiten. Red Dead Redemption 2 hat mein Interesse nicht verloren, aber konnte diesen Monat den Kampf um meine Aufmerksamkeit nicht einmal gegen obigen Blödsinn gewinnen. Kürzerer Kram hatte da bessere Chancen, präsentiert in der folgenden tollen Kategorie.

Durchgespielt
Celeste: Aufgrund der Begeisterung eines einzelnen Herrns nutzte ich das Games-with-Gold-für-1-Euro-Angebot, um Celeste auch mal außerhalb der Pico-8-Version und dem einem Mal, wo ich für Marcus eine Stelle schaffte, obwohl ich es noch nie und er es schon durchgespielt hatte zu spielen. Und ich mochte es gern und werde auch weiterhin in Erinnerung behalten, was man bei Panikattacken tun muss. Aber ich merkte auch, dass mich beinharte Jump’n’Runs nicht mehr so abholen, wie es Super Meat Boy einst tat, so viel sympathischer der Cast in Celeste auch ist, und ich eine regelrechte Abneigung gegenüber Stacheln als Gameplayelement entwickelt habe. Der innere Konflikt der Protagonistin fand bei mir nicht den Widerhall, den ich erwartete: Vielleicht, weil ich Herausforderungen stets aus dem Weg ging. Aber genug Erdbeeren, um den ganzen Kuchen zu bedecken, hatte ich zumindest. Die Stelle, die ich für Marcus machen musste, hab ich übrigens kein zweites Mal geschafft.
Night in the Woods: Davon hab ich ja im kürzlichen 2017-Rückblick schon geschwärmt, aber auf welche Art und Weise mich das noch packte, überraschte mich. Ein Genretwist, den ich vielleicht von der ersten Staffel True Detective erwartet hätte, in diesem Tier-coming-of-age-Adventure? Ein supersubtiles Brechen der vierten Wand, dass mich mehr schockte als das im vorherigen Satz beschriebene? Die Darstellung von psychischer Krankheit, die mich mehr traf als die in Celeste oder Hellblade, weil sie mir und meiner näher war? Hätte ich nicht gedacht. Und das meiste davon wird auch euch vermutlich nicht so beeindrucken, wie es mich tat. Aber was wir alle schätzen können: Die Protagonisten haben so uncoole Namen (außer Gregg. Gregg rules, ok), und ich liebe es dafür. Für mehr Mae Borowskis und Beatrice Santellos in Spielen.
Bomb Squad Academy: Ich hab keine Ahnung, wie das einst auf meiner Steamwunschliste landete, aber für knapp 90 Minuten stimmte es mich vergnügt. Ich hab sowenig Ahnung von Elektrik/Elektronik, dass ich nicht einmal den Unterschied zwischen beiden kenne, aber bunte Kabel durchzuschneiden haben Menschen meines Alters schon mit der Vorabendfernsehmuttermilch aufgesogen. Unter Zeitdruck müssen in BSA Verbindungen unterbrochen, hergestellt und Strom per Schalter umgeleitet werden, um levelbeendende Explosionen zu vermeiden. Was im Ende eine leichtbekömmliche Mischung aus Logikpuzzle und Irrgarten ergibt, die vom Zeitlimit weitaus weniger negativ beeinflusst wird als ich befürchtete. Wenn man alle Tutorials durch hat, ist das Spiel dummerweise vorbei.
Battleship Solitaire: Das ist so ein furchtbares Spiel, was man um 2:00 nachts noch einmal kurz vorm Schlafengehen anmacht und dann nicht aufhören kann, bis es kurz nach halb vier ist. YMMV. Wichtig ist, dass man per Zahnrad den Hard Mode aktiviert, sobald man das Prinzip verstanden hat. Ich kann mir selber nicht erklären, was denn nun genau an einer Mischung aus Schiffeversenken und Picross so faszinierend ist (zumal ich meist nur die 15×15-Felder spiele, die nicht am schwersten sind), aber die Felder blau zu füllen, indem man die Zahlen anklickt, ist so ein wohlig befriedigendes Gefühl!
Ich weiß doch auch nicht.

So, für Februar hoffe ich, zu Red Dead Redemption zurückzufinden und mindestens einen der folgenden Titel zu spielen: Return of the Obra Dinn, Unavowed, What happened to Edith Finch. Oder endlich mal Cultist Simulator kapieren. Ich hoffe, der nächste Text wird unterhaltsamer!

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