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Best of 2016 Remix

Mit großem Dank an Freund Nille.

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CRPG was my first love, and it will be my last

Tygus Horx. Liest sich jetzt erstmal so, als wäre der Kater über die Tastatur gelaufen, ist aber tatsächlich das erste Computerrollenspiel, welches ich je gespielt habe. Ein Bard’s-Tale-Klon, gefunden auf der Diskettenbeilage einer 64er-Sonderausgabe. Ich und Ulli und Kai saßen stundenlang gemeinsam vor dem Rechner, führten Party um Party in den Tod, weil wir keine Ahnung hatten, was wir taten, und das einzige, was mir darüber hinaus in Erinnerung blieb, ist, dass Kai seinen ersten Kämpfer Terror nannte und alle darauffolgenden Terror II, Terror III, etc.

The Secret of the Silver Blades, ebenfalls für den C64, den ich noch lange bespielte, als alle anderen schon mit Amiga und Atari ST protzten, war mein erstes gekauftes Rollenspiel, mit goldener Box und Anleitung und allem drum und dran. Ich wusste nicht, dass es der dritte Teil einer Serie war, und mein Englisch war grad gut genug, um mich zurechtzufinden, aber nicht gut genug, um das im Spiel Geschriebene auch korrekt auszusprechen (Bei mir reimte sich “Cure Light Wounds” auf “Störzeit Maunz”). Stunden um Stunden verbrachte ich damit, komplett lineare Dungeons zu kartographieren, weil ich gehört hatte, dass man das so macht, um am Ende den Lich Tyranthraxus zu besiegen und somit auch mein erstes Rollenspiel durchzuspielen. Gut, mit Charakteren, denen man zu Beginn den Höchstwert in allen Eigenschaften gegeben hat (ein Feature, ursprünglich eingebaut, um das korrekte Übertragen eurer PnP-Charaktere zu ermöglichen), aber ich war ja noch jung.

Dungeon Master, bei Ulli auf seinem vom Konfirmationsgeld gekauften 386er, ausgeliehen aus dem PC-Spiel-Ausleihladen, die schon damals wie auf Sand gebaut anmuteten, die Mumie unter das Fallgitter locken und jahrelang nicht weiterkommen als bis dorthin, wo die Würmer lauern.

Champions of Krynn, bei Jan und David zu Hause, die den ganzen Tag vor dem Rechner sitzen durften, und deren Mutter uns grünen und roten Wackelpudding brachte, den wir Baazschleim und Bozakhirn nannten.

Und später dann: Der eigene PC. Dungeon Master – durch. Alle Gold-Box-Titel von SSI, durchgespielt und die Party stets von Spiel zu Spiel transferiert. Dasselbe, Jahre später, mit Baldur’s Gate 1 und 2. Planescape: Torment, die letzten 20 Stunden am Stück am Rechner meines Mitbewohners, dann, inzwischen morgens um acht, zum Briefkasten gehen und sehen, dass meine Studienplatzbewerbung abgesagt wurde. Zu euphorisiert, um traurig zu sein. Wizardry 8, Anachronox, die Fallouts: Alles fantastisch. Aber auch alles allein.

Wenn ihr auch auf eine Reise durch eure persönliche Computerrollen-spielgeschichte gehen wollt, die hoffentlich erbaulicher endet als meine oben beschriebene, kann ich euch wämstens “The CRPG Book Project” empfehlen, das seinen furchtbar generischen Titel durch Kostenlosigkeit und sehr viel Liebe zur Thematik ausgleicht. Auf über 500 Seiten führen euch mehr als 100 Autoren durch 40 Jahre Rollenspiel am Computer, konkret anhand von chronologisch sortierten Reviews. Natürgemäß wird solch ein Werk gen Ende hin immer uninteressanter, weil man halt irgendwann den Punkt erreicht, wo man die meisten beschriebenen Titel selbst gespielt hat, und die Qualität der Texte selbst ist arg schwankend (und ich frage mich, ob sie nicht doch irgendwo jemanden hätten finden können, der Fallout 4 mochte), aber ihr seid ja normale Menschen, die so ein Nachschlagewerk nicht wie so ein Dussel von vorne bis hinten durchliest wie icke, und dann kann man ja dementsprechendes einfach überblättern. So man mit dem Genre auch nur ein bißchen was anfangen kann und sich nicht daran stört, dass MMOs komplett ausgeklammert werden (dafür aber einige Titel Erwähnung finden, die ich nicht zum Genre zählen würde), kriegt man mit TCRPGBP nicht nur eine Reise in die eigene Spielvergangenheit präsentiert, sondern findet auch genug interessantes Unbekanntes, um die Steamwunschliste noch mehr zu füllen.

Und hätte ich mit dem Text nicht so lange gewartet, bis ich ihn endlich schreib, hättet ihr das PDF tatsächlich runterladen können. Jetzt gehts grad nicht, weil sie die Hardcoververöffentlichung vorbereiten. Aber vielleicht bald, und wenn nicht, dann hoffe ich, dass ich euch nicht allzuviel Appetit drauf gemacht hab.

The Return of “Der Rapbattle des Schreckens!”

Manche von euch mögen sich erinnern, dass ich vor Urzeiten mal ein nicht nur technisch furchtbares Bröckchen Interactive Fiction veröffentlichte. Als ich mir das neulich noch mal angucken wollte, stellte ich fest, dass die ganze Seite dahinter gar nicht mehr existiert. Unwillens, in einer Welt zu leben, in der “Der Rapbattle des Schreckens!” nicht von den Massen gespielt werden kann, nutze ich meine videospielfreie Zeit bis State of Decay 2, um ein bißchen Ink zu lernen und das Ganze zumindest technisch wesentlich weniger furchtbar erneut zu veröffentlichen. Jetzt sogar auf itch.io, wie so ein echter Entwickler. Viel Spaß mit “Der Rapbattle des Schreckens!” (und ja, ich weiß, was für ein blöder Name das ist)!

Ich habe ein Buch geschrieben

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Liebe paar Leser,

ich habe mit der famosen Illustratorin Nina Kiel ein Bilderbuch für Erwachsene namens “Der Dandy kommt ins Dorf” geschrieben, und Ihr könnt es kaufen. Eigentlich hab ich nur “für Erwachsene” geschrieben, damit Ihr euch angesprochen fühlt, so richtig “adult” ist daran nichts. Aber ich finde, Bilderbücher sind ein zu schönes Medium, um allein in Kinderzimmern ihr Dasein zu fristen. Unser Ziel ist es, das Bilderbuch wieder salonfähig zu machen, und “Der Dandy kommt ins Dorf” ist ein erster Schritt auf diesem weiten Weg.

Ich schweife ab. Wenn ich eins im Internet gelernt habe, dann, dass alle Menschen gerne Listen lesen. Also hier eine Auflistung der tollen Aspekte dieses Buches:

  • Eine spannende* und absurde Geschichte in 56 gereimten Zeilen, und einer ungereimten!
  • 48 Seiten, davon 32 bunt!
  • 8 Seiten Bonusmaterial!
  • Ein Coffee Table Book, das einem nicht den Fuss bricht, wenn es aus der Hand rutscht!
  • Ideal, um wartenden Gästen die Zeit zu vertreiben und gleichzeitig in ihnen Gedanken zu wecken wie “Was ist das denn für ne komische Type, die sowas liest?”
  • Und idealerweise beim Lesen und Angucken mindestens eine emotionale Reaktion (Verwirrung ist auch eine Emotion)!

Ich will euch nicht anlügen: Die Chance, dass ihr “Der Dandy kommt ins Dorf” für das beste Buch auf der ganzen Welt halten werdet, ist recht gering: Es ist ein recht merkwürdiges Büchlein. Aber ich hoffe inständig, dass die großartigen Menschen unter euch, die es kaufen (ja, ihr anderen seid auch toll), wenigstens irgendeinen Aspekt davon schätzen lernen können (bestimmt die Bilder, buhuhu!).

Das Ganze lief über On-Demand-Druck, also ohne einen richtigen Verlag, der mächtig Potential sah und uns eine fette Autorenprämie überwies. Also nein, kein zukünftiges Leben in Saus und Braus, keine Privatjets, keine Interviews oder Lesereisen, und die Chance, dass ihr das Buch demnächst im Buchhandel im Bestsellerregal (oder sonstwo) sehen werdet, ist äh… also drauf wetten würd ich nicht. Aber um reich zu werden haben wir das auch nicht geschrieben.

Sollte ich eurer Interesse irgendwie geweckt haben (ich bin nicht so gut mit sale pitches, zugegeben), könnt ihr “Der Dandy kommt ins Dorf” für 8,99€ bei Thalia, Amazon oder Hugendubel online bestellen oder mit der ISBN 9783739246291 in eurem Lieblingsbuchladen kaufen. Ich hoffe sehr, dass ihr den Kauf, so ihr ihn tätigt, nicht bereut, aber selbst wenn (und natürlich auch, wenn das Gegenteil der Fall ist) wäre es mir eine große Freude, wenn ihr mir eure Reaktionen mitteilen würdet, sei es hier als Kommentar oder per Mail an allerleiblei@googlemail.com oder wie auch immer, ist ja nicht so, dass ihr nicht wisst, wie man kommuniziert. Ihr seid ja schon groß.

Wenn ihr nicht die Katze im Sack kaufen wollt, gibt es auf Ninas Tumblr ein paar exklusive Blicke ins Buch.

Und hey: Danke.

*tatsächliches Spannungsgefühl kann von der Beschreibung abweichen.

I MAED A GAM3 W1TH0UT Z0MBIES 1N IT!!!1

Ja, so isser, der SpielerDrei, immer am Puls der Zeit mit seinen sechs Jahre alten popkulturellen Anspielungen. Anyway, ausnahmsweise ist der Titel keine Lüge, denn ich habe tatsächlich ein Spiel geschrieben, und es ist vollkommen frei von Untoten jedweder Couleur.

Da es mein erstes Spiel ist, ist es natürlich auch mein bisher persönlichstes und das, auf das ich am meisten stolz bin. Zudem ist es nur Teil 1 einer langgeplanten, epischen Saga, die sich insgesamt über zwei Teile erstrecken wird. Aber natürlich nur, wenn die Verkaufszahlen stimmen.

Langjährigen Lesern mögen einige Elemente bekannt vorkommen, aber nennt es nicht Selbstplagiat, nennt es Remix Culture. Deswegen wollte ich es auch ursprünglich “Battle: A Remix” nennen, entschied mich dann aber doch für den etwas weniger prätentiösen Titel “Der Rapbattle des Schreckens!

Featurelist? Featurelist!

  • Läuft mit jeder Grafikkarte (und vielleicht sogar auf mobile devices!)
  • 2 spannende Enden!
  • 2 spannende Failstates!
  • ein unverbrauchtes Setting
  • mehr fällt mir nicht ein.

Das Spiel entstand via Diorama Club, und so dankbar ich auch dafür bin, dass sie eine so simple Syntax nutzen, dass selbst ich sie verstehe, schiebe ich dennoch alle Schuld auf sie, was die nervigen Textneulader angeht. Mit einem Druck auf die Leertaste kann man selbige erträglich machen, und auch Menschen, denen der Text nicht schnell genug erscheint, möchte ich das Spacedrücken nahelegen.

Und jetzt freut euch mit mir! Heute ein simples Textspiel, morgen nix. Wenn wir ehrlich sind.