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Bad to the Bohn

Die schnellste Methode, eine langjährige, innige Liebe in ohnmächtigen, unaufhaltsamen Hass zu verwandeln, ist sicherlich Dr. Robotnik’s Mean Bean Machines VS-Modus. Ihr könnt selber auf Wikipedia nachschlagen, wo diese Version der Tetris/Connect 4-alikes ihren Ursprung hat, lasst euch nur gesagt sein, dass es an Schnelligkeit, Bösartigkeit und wutinduzierenden Soundeffekten seinesgleichen sucht.

Euer Spielbereich füllt sich nach und nach mit den Tetronimoäquivalenten, die hier aus je zwei Bohnen in einer aus vier Farben bestehen. Sobald solch eine Bohnenkombination auf einer unplanen Fläche landet, trennt die Schwerkraft das Paar  – so wie das Spiel bald auch das Paar vor dem Fernseher auseinanderreißen wird. Wenn vier oder mehr gleichfarbige Bohnen nebeneinander liegen, lösen sie sich auf, im Idealfall Kettenreationen auslösend. Jetzt wird es gemein.

Jede Kettenreaktion erzeugt schwarze Bohnen, die auf die spielfläche des Gegners niederregnen. Diese lösen sich nur auf, wenn Steine neben ihnen abgebaut werden. Soweit ja noch Genrestandard. 

Natürlich fallen die schwarzen Bohnen exakt dann und dort, wo sie jeden gehegten Plan im Keim ersticken. Aber okay.

Sicherlich könnte man auch noch verkraften, dass sich bei vier oder mehr Ketten praktisch der ganze Bildschirm füllt.

Aber es sind die furchtbar effektiv wütendmachenden digitalisierten Freudesschreie, je nach Spielfeldhälfte etweder ein Blut zum Kochen bringendes “Yeehaw!” oder ein hirnschlagförderndes “Yippie!”, die bei jeder weiteren Kettenreaktion etwas hochgepitcht ausgestoßen werden, welche ein unscheinbares Spiel in einen legitimen Scheidungsgrund verwandeln.

Die Grafik nach dem Spielende ist sich nicht zu schade, dem Unterlegenen die Anzahl der verlorenen Spiele sowohl numerisch als auch in Form von Sternchen unter die Nase zu reiben. Selbst die letzte Ausrede des Videospielers, das Glück des Kontrahenten, wird einem genommen; beide Seiten kriegen exakt die gleichen Bohnen zugeteilt.

Wenn du dich dann katatonisch auf der Couch langsam nach vorne und hinten wiegst, den starren Blick auf die völlig unverhältnismäßige Sternchenverteilung fixiert, während in deinen Ohren ein stetig schriller werdendes “Yippie!” nachhallt und der einst so geliebte Mensch neben dir fragt, ob du nochmal spielen willst,  wirst du verstehen, dass dies die perfekte spielgewordene Hassempfindung ist.

Dr. Robotnik’s Mean Bean Machine gibt es in diversen Mega Drive- und Soniccollections. Ich empfehle die Variante für den Gamecube, da dieser dank spitzer Ecken und praktischem Griff prima zur Mordwaffe taugt.