Tag Archives: World of Warcraft

Lists of Pundaria

Liebe Reviewer und Reviewerinnen, liebe Blogs,

ja, Mists of Pandaria, das neue Addon zum größten Spiel der Welt ist erschienen, und natürlich stehst du jetzt vor der Aufgabe, in möglichst kurzer Zeit so viele der neuen Inhalte wie möglich zu konsumieren, um deinen Lesern schon sehr bald einen aussagekräftigen Text präsentieren zu können. Niemand nimmt es dir übel, wenn du aufgrund des hohen Drucks den Fokus ausnahmsweise nicht auf wohlformulierte, geschliffene Sätze setzt, und dich stattdessen auf deinen reichen Vorrat an Flapsigkeit und “Humor” berufst. Im Namen der Menschlichkeit bitte ich dich jedoch inständig, folgende und ähnliche Formulierungen zu vermeiden:

  • Bärserker
  • Bären aufbinden, da steppt der Bär oder andere Sprichworte
  • Questgebär
  • pandastische Abenteuer
  • Oppan Pandam Style
  • Pandamage per Second
  • Pandamonium
  • pandaloons
  • Grana Pandano
  • “Das WoW-Fieber hat sich zu einer wahren Pandamie entwickelt.”
  • Jede Nennung von Tony Shalhoub oder Fiat
  • Bärbar (Barbär ist auch nicht okay)
  • Zaubärer
  • “Das ist so Ursus”
  • Panda General
  • Copanda Keen
  • Panda de Mol
  • Jean-Claude Pandamme
  • Ein Fisch namens Panda
  • Wir Pandaren Helden
  • Das Leben der Pandaren
  • Mists of Fury
  • Totaler Mist
  • “Lieber ne Mista in der Pizzeria als Mists of Pandaria.”

Dankeschön.

IWIWWOWS

Ich wünschte, ich würde World of Warcraft spielen.

Also ohne soziale Vereinsamung, Abbruch aller außerazerothischen Internetaktivitäten, extensives Suchtverhalten und Monaten von /played – Elemente, die mich als latent suchtgefährdeten Spieler in jedem MMORPG erwarten. Nicht ob deren mystischen Einflüssen auf den Geist beeinflussbarer Seelen, sondern weil ich ich bin – der, der sein gesamtes Urlaubsgeld für vier Wochen England-Irland bereits in Felixstowe, frisch von der Fähre, dem erstbesten Automaten in den Schlitz warf; der, der ganze Sommerferien würfelnd auf dem Kinderzimmerfußboden verbrachte und alle Monster in seinen FantasyAbenteuerSpielBüchern gegeneinander kämpfen ließ (meistens gewann “Der Abenteurer aus Analand”, wegen den ganzen Mantikoren); der, der einige Jahre früher alle seine He-Man-Figuren auf dem Bett auf einen Haufen warf und diesen so lange mit den Händen durchwühlte (natürlich um eine Massenschlägerei a la Asterixheft zu simulieren), bis alle außer einer gen Fußboden geflogen waren – dieser wurde dann zur Seite gestellt und die anderen kämpften dann den zweiten, dritten etc. Platz aus; kurz, weil ich extrem viel Zeit in extrem tumbe Aktivitäten investieren kann und dabei auch noch Spaßähnliches empfinde, weil ich keinerlei Maß kenne und Selbstbeherrschung für mich lediglich ein interessantes theoretisches Konzept ist, wäre WOW das Letzte, was ich mir antun sollte.

Man beachte auch bitte das Kontinuum des obigen Aussagesatzes. Es geht mir nicht darum, jetzt mit WOW anzufangen – der Grund, weswegen IWIWWOWS, ist total davon abhängig, dass ich eben schon Wochen, Monate, Jahre damit verbracht hätte. Und der Grund heißt Cataclysm.

Ich hab keine Ahnung von MMORPGs, finde nichts langweiliger, als Leuten dabei zuzuhören, wie sie sich über MMORPGs unterhalten, aber womit ich mich auskenne, sind Spielwelten. Gib mir eine frei begehbare, maximal minimal eingeschränkte Welt , die nicht das Gefühl vermittelt, dem RNG entsprungen zu sein, und ich bin glücklich. Ein wesentlicher Faktor meines Spielegenusses liegt im Bereich der wachsenden Vertrautheit – sei es im Bezug auf die Steuerung, der Charaktere oder eben der Umgebung. Auf die Minimap verzichten können, sich an Landschaftsmerkmalen orientieren, sich über jedes vorher unentdeckte Fleckchen Erde diebisch freuen – oh ja.

Je vertrauter man mit der Umgebung wird, umso drastischer ist dann eine Veränderung. Im Hinterkopf hat man immer noch den Gedanken, dass die Spielwelt statisch ist, dass das eigene Handeln außer diversen Zahlen im Charakterscreen nichts spürbar verändert – umso dramatischer, wenn dann plötzlich eine belebte Stadt ausgelöscht, ein Wahrzeichen zerstört, ein ganzes Gebiet vom Bösen heimgesucht wird. Umumkehrbare Veränderungen, sparsam eingesetzt, um den Spieler nicht gar zu frustrieren, sind ein wirksames Stilmittel.

Das ist der Grund, wieso mich Cataclysm fasziniert. Welche Welt kennt man besser, als die, die man seit mehreren Jahren täglich bereist? Wenn diese deine zweite Heimat plötzlich nicht nurmehr erweitert, sondern umgekrempelt, umgestoßen wird, wenn vieles Vertraute sich ändert, verschwindet, anderem weicht… sicherlich wird man vieles vermissen und einiges beklagen (oh, und wie sich beklagt werden wird).

Ich fänds großartig.